Social Media mit Hafen­­­atmosphäre

Grossartige Projekte, eine neue Herausforderung, viel Know-how-Update: 2018 hatte es in sich! Ein High­light war der Intensiv­kurs zur Social Media Managerin in Hamburg.

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Hamburg stand eine halbe Ewigkeit auf meiner Unbedingt-Besuchen-Liste. Städte, die am Wasser gebaut sind, faszinieren mich. Und ich habe eine Schwäche für den Norden. Kein Wunder, habe ich mich damals, bei meinem ersten Besuch in die Hanse­stadt verliebt. Weshalb also nicht eine Weiter­bildung in der Elb­metropole absolvieren und dort meine Social-Media-Kenntnisse auffrischen?

Hallo, ich bin die Maja

Die Gruppe der Teilnehmenden ist bunt gemischt: Kommuni­kations­­verantwortliche, Unter­nehmerinnen, Werbe- und PR-Leute.

Die meisten kommen aus einer Region Deutschlands, einige aus dem benachbarten Ausland. Nicht nur ich bin aus der Schweiz angereist. Ein Berufs­kollege aus Basel sitzt ebenfalls in der Runde.

Peter, unser Kursleiter, ist so was wie ein Medien­urgestein: Journalisten­karriere, Internet­experte, Berater. Schnell im Denken, energisch im Reden. Fordernd und kritisch, aber immer konstruktiv.

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STIER UND BERGEN drückt die Schulbank.

Weshalb sind wir hier?

Während die einen mit Social Media die Kommunikations­kanäle ihres Unternehmens zu erweitern gedenken, eignen sich andere Wissen an, das sie später in Kunden­projekte einbringen werden.

Mich interessieren insbesondere Aspekte für meine strategische Arbeit. Und ich erwerbe mir auch Know-how für meine Lehrtätigkeit und meine Kurse. Dass wir in Sachen Erfahrungen und Kenntnissen zwischen Neuland und bekanntem Gefilde schippern, ist ein unschätz­barer Mehrwert. Wir diskutieren, reflektieren Ideen, testen und lernen voneinander.

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Diskutieren, bis die Köpfe rauchen: Das machen wir jeden Tag in den Design Offices Hamburg.

Wissensrucksack packen

Was nehme ich aus der Weiter­bildung und meiner bisherigen Praxis­erfahrung zum Thema Social Media mit?

1. Ziele setzen

Es gibt unter­schiedliche Gründe, in Social Media ein­zu­tauchen: die Sicht­bar­keit einer Organisation steigern, Image­­pflege, mit der Ziel­­gruppe in den Dialog treten, eine Community aufbauen, Services bieten.

Wofür man sich auch entscheidet: Die Definition messbarer Ziele ist der Boden für eine nach­­haltige Präsenz in den sozialen Medien. Sich panisch auf Facebook oder Instagram, Twitter oder LinkedIn zu stürzen, macht keinen Sinn. Die erste Frage muss immer lauten: Warum? Und die Antwort will wohl­überlegt sein.

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Auf meinem «Schulweg» habe ich Zeit zu reflektieren. Was kann und soll Social Media?

2. Strategisch kommunizieren

Ist das Warum geklärt und sind die Ziele definiert, geht es ans Kennen­­lernen der Ziel­­gruppe und die Planung.

Mit Kenntnissen zu Adressatinnen und Adressaten lassen sich passende Kanäle wählen und Themen definieren. Content kann informativen, aber auch unter­­halt­samen Charakter haben – das ergibt sich aus dem über­­geordneten Kommunikations­­ziel und der Anspruchs­­gruppe.

Ebenfalls zentral ist eine ressourcen- und themen­­orientierte Redaktions­­planung. Mit welchen Themen sind wir wann auf Social Media präsent? Fixe Zeit­­fenster sorgen für Regel­­mässigkeit und Ver­läss­lich­­keit. Für das Unter­nehmen wie auch für die Follower.

3. Sichtbar werden

Der Name sagt es bereits: Die sozialen Medien sind sozial. Firmen, die sich in den sozialen Netz­­werken tummeln, tun gut daran, Menschen und Geschichten hinter Dienst­­leistungen und Produkten sichtbar zu machen.

Um unseren Kurs­leiter zu zitieren: Es braucht «die Bereit­­schaft, auf eine Bühne zu stehen». Ausserdem lässt sich eine funktionierende Community nur über Inter­­aktion aufbauen. Mit Social Media gehen immer Dialog und Beziehungs­­pflege einher.

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Die «Bühne», die Unternehmen mit Social Media betreten, sieht je nach Thema und Kommunikationsziel ganz anders aus.

4. Authentisch erzählen

Es mag gewisse Inhalte geben, die sich auf Social Media besser thematisieren oder abbilden lassen als andere. Das ist unbestritten. Doch ansprechender Content ist nicht einzelnen Themen vorbehalten.

Jede Organisation ist in der Lage, authentische Geschichten zu erzählen. Dabei ist es wichtig, eine Sprache zu finden, die inhaltlich und visuell zum Unter­nehmen, zum Kommunikations­­ziel und zur Ziel­gruppe passt.

5. Ressourcen stellen

Zu guter Letzt – die sozialen Medien sind nicht gratis. Das Netz bietet uns zwar unzählige Wissens- und Informations­­quellen sowie kosten­lose Unterhaltung. Doch wir bezahlen dafür einen Preis, als Konsumentinnen wie auch als Produzenten.

Wer einen Account im beruflichen Kontext professionell pflegen will, braucht Ressourcen. Die Investition beginnt bei der Entwicklung einer Social-Media-Strategie, geht über die konzeptionelle Planung von Inhalten bis hin zu regel­mässigen Postings, Community-Management und Monitoring.

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Der Bau der Elbphilharmonie war in Sachen Planung und Finanzierung ein Desaster. Imposant ist Hamburgs neues Wahrzeichen dennoch.

Fazit

Viele Unternehmen haben das Potenzial von Social Media längst erkannt. Denn die digitalen Kanäle sind nicht nur eine ideale Plattform, um mit Kundinnen, Mitarbeitern und der breiten Öffentlichkeit in Kontakt zu treten. Um für ein Thema zu sensibilisieren oder Vertrauen zu schaffen. Schnelles, oft ungefiltertes Feedback auf Facebook & Co. bietet auch Lern­­möglichkeiten.

Gesamtheitlich denken

Social Media ein bisschen neben­her betreiben empfiehlt sich nicht und ist oft zum Scheitern verurteilt. Das weiss ich auch aus eigener Erfahrung.

Professionelle Social-Media-Kommunikation braucht Raum und Zeit. Und die Aktivitäten sollen als integrierter Bestand­teil einer Unternehmens­­kommunikation verstanden werden.

Start somewhere

Oftmals halten fehlende Ressourcen und zu wenig über­zeugende Konzepte Firmen davon ab, Social-Media-Accounts zu eröffnen, obwohl das Interesse eigentlich da wäre. Was gebe ich diesen Kunden mit auf den Weg?

Fokussiert euch auf den oder die Kanäle, die zu euch passen – ihr müsst nicht überall präsent sein. Investiert in gute Content­ideen. Und plant eure Social-Media-Aktivitäten. Das führt automatisch zu mehr Konstanz, Gelassenheit und abwechslungs­reichen Posts.

Zu guter Letzt

Eine gute Portion Neugierde und Spass an der Sache können nicht schaden. Wer den sozialen Medien gegenüber skeptisch ist, lässt es lieber bleiben und nutzt seine Zeit besser für andere Kommunikations­­aktivitäten. Wer sich aber darauf einlässt, darf das Ganze auch gerne etwas würzen: mit einer Prise Humor und Frische, Kreativität und über­­raschenden Inhalten.